Paradiesische Einsamkeit und Tauchen auf Tioman Island

8. Januar 2014 at 03:12

Anmerkung

Schon längst bin ich nicht mehr in Malaysia. Gerade tummle ich mich auf Pulau Weh in Indonesien und bin dabei den Dive Master zu machen. Bisher konnte ich mich erfolgreich um den ein oder anderen Bericht drücken. Da ich derzeit wegen einer nervigen Entzündung des Außenohrs das Wasser meide, mache ich die Not zur Tugend und arbeite ein wenig meine Blogbeiträge auf. Heute erfahrt ihr ein wenig über meine Erlebnisse auf Pulau Tioman (Tioman Island). Los geht’s…

Der letzte Halt in Malaysia

Beim Start in Malaysia hatte ich mich in Kuala Lumpur mit dem Weltreisenden Alex zusammen geschlossen. Wir hatten uns auf Koh Tao kennengelernt, ein paar schöne Tage zusammen verbracht und wollten das ganze in Malaysia wiederholen. In KL kam ja noch Max, ein Freund von Alex auf Urlaub, hinzu. Zu dritt haben wir die Hauptstadt Kuala Lumpur unsicher gemacht, ein bisschen Landluft auf den Teeplantagen der Cameron Highlands geschnuppert und ein überraschend vielseitiges Melaka besichtigt.

Nach der stickigen, lauten Großstadt und dem Hochland mit seinem gemäßigten Klima stand uns allen wieder der Sinn nach Sommer und einer frischen Meeresbrise. Da Alex seinen am Ende des Monats anstehenden Flug nach Südafrika von Singapur aus nicht verpassen wollte, entschieden wir uns für die ca. 5 Busstunden von Singapur entfernt liegende Insel Tioman Island. Die geplanten fünf Nächte in einem Resort mit günstigen Zimmern waren schnell gebucht.

Die Reise

Von Melaka aus ging es morgens um 8:00 Uhr per Bus zum an der Ostküste Westmalaysias gelegenen Hafenstädtchen Mersing. Dort wollten wir uns frohen Mutes gleich die nächste Fähre Richtung Pulau Tioman schnappen. Mehrere seriöse Quellen haben uns glauben lassen, dass am Nachmittag eine Fähre dorthin unterwegs sein würde. Pustekuchen! Das erste Reisebüro in Mersing erklärte und, dass es in der aktuellen Nebensaison nur eine Fähre pro Tag nach Tioman ablegt. Wir kamen also zu spät. Hilft ja nix. Die einzige Alternative wäre ein privates Schnellboot für umgerechnet über 200 € gewesen. Die Fähre kostet hingegen nur etwa 9 € pro Person. Der Sparfuchs in uns siegte und wir gaben uns geschlagen. So verloren wir einen ganzen Tag Insel-Feeling und durften uns unfreiwillig in der „Weltstadt“ Mersing in ein Hotel einbuchen. Vorher besorgten wir uns noch schnell das Fährticket für den nächsten Morgen. In Mersing vertrieben wir uns die Zeit mit Milchshakes, Filmen und einem Spaziergang über den Strand und Nachtmarkt.

Die Insel

Der nächste Tag. Es fuhr tatsächlich eine Fähre und wir kamen gegen Mittag auf Pulau Tioman an und die Nebensaison machte sich sofort bemerkbar. Am Paya Beach, wo sich das Resort befindet, herrschte gähnende Leere. Es gibt hier so schon nicht viele Geschäfte und Restaurants. Bei unserer Ankunft waren davon nur die wenigsten geöffnet. Wir sahen darin die Chance, unsere Reisekosten mangels Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten für ein paar Tage gering zu halten.

Das Resort selbst wirkte wie ausgestorben, als wir eincheckten. Wie es aussah, verirrten sich neben uns nur wenige Touristen nach Tioman. Das Personal im Resort saß die meiste Zeit gelangweilt herum und wusste dem Anschein nach nicht viel mit sich und seiner Zeit anzufangen. Die Billardverwalter saßen schon morgens um 11 Uhr mit einem Bier vor unbenutzten Pooltischen. Ja, in unserem Resort gab es tatsächlich Ganztagsbeauftragte für die beiden kleinen Billardtische. Warum, fanden wir später heraus.

Zum Zeitpunkt unserer Ankunft war das Meer an unserem Strand bereits durch die Ebbe zurückgewichen und so konnten wir nicht sofort bequem vom Resort aus ins Wasser springen. Da wir uns alle schon so darauf gefreut hatten, konnte uns das bisschen Ebbe nicht aufhalten. Wenn das Meer nicht zu uns kommen wollte, mussten wir halt zum Meer gehen. Wir kletterten etwa 20 Minuten umständlich über einen längeren Abschnitt von Felsen am Ufer des südchinesischen Meers entlang, an dessen Ende wir einen (beinahe) menschenleeren paradiesischen Strand vorfanden. Dort sprangen wir kurzerhand ins 30 °C warme und immer noch erfrischende Nass und plantschten fröhlich umher.

Abgesehen vom Tauchen, Essen und Schlafen konnte man an unserem Strand nicht sehr viel tun. Unsere Abende verbrachten wir bevorzugt am Billardtisch. Hier erklärte sich auch, warum Resortangestellte ganztags für die Beaufsichtigung der Aktivitäten an den Billardtischen abgestellt wurden. für Tische verhielten sich bei der Ausgabe der Kugeln recht widerspenstig und der gewitzte Billardtisch-„Manager“ von Welt verhalf uns regelmäßig voller Tatendrang dank gezielter Penetration der Mechanik mittels roher Gewalt doch noch zur benötigten Anzahl von Kugeln.

Das Tauchen

Natürlich freute ich mich auf Tioman am meisten auf die Unterwasserwelt. Glücklicherweise konnte unser Resort auch mit einer angeschlossenen Tauchbasis dienen. Da Alex dem Tauchen nach seinem Discovery Scuba Dive auf Koh Tao abgeschworen hatte, meldeten nur Max und ich uns für den Tag nach der Ankunft für erste Tauchgänge an. Unser Instructor Barbara, eine quirlige Tschechin mit Dauergrinsen, versprach uns eine tolle Auswahl von Tauchplätzen und am darauffolgenden Morgen sollte es schon losgehen.

Wir hatten wunderbar sonniges Wetter und Max und ich hatten zusammen mit unserem Guide Barbara neben dem Captain das große Boot des Dive Shops ganz für uns. Beim sogenannten Malang Rock sprangen wir für unseren ersten Tauchgang ins 30°C warme Wasser und tauchten ab. Wir sahen unter anderem kämpferische Nemos, Füseliere in Schwärmen, relativ zutrauliche Porcupine Pufferfishes (keine Ahnung wie die auf Deutsch heißen) und Blaupunktrochen. Die Fische kannte ich zwar allesamt schon von Koh Tao. Schön war es trotzdem. Auf dem zweiten Tauchgang bei Labas Island wurde es dann richtig interessant. Die Dive Site bietet große Gesteinsformationen mit vielen Öffnungen, die wie Tunnel anmuten. Natürlich schwammen wir wagemutig durch diese Durchgänge. Mal ging es vertikal nach unten, dann quetschten wir uns durch enge Passagen. Manchmal kamen wir sogar in kleinen dunklen „Höhlen“ raus. Da konnte man sich schnell erschrecken, wenn ein großer Batfish aus der Dunkelheit vorbeikam.

Am nächsten Tag gingen wir drei alle zusammen schnorcheln. Hierbei fanden wir einen Kuhschwanzrochen und eine Schildkröte. Am Nachmittag ging es dann wieder mit Barbara zum Tauchen und auf allen übrigen Tauchgängen am Tag trafen wir weitere Schildkröten an. Das war echt fantastisch. Am letzten Tag fuhren wir mit dem Boot nach Renggis Island, dem Ort wo man garantiert Haie zu sehen bekommen sollte. Und tatsächlich bekam ich hier meinen ersten Hai zu Gesicht. Es war ein Schwarzspitzenhai.

Auf allen Tauchgängen hatte ich meine kleine Intova Sport HD dabei und fleißig Videos gedreht. Aus allem Material habe ich einen kleinen Film zusammengeschnitten, den ihr Euch nachfolgend anschauen könnt.

Den krönenden Abschluss unseres Aufenthalts auf Tioman und gleichzeitig den letzten Tauchgang der Saison im Paya Beach Resort bildete ein Nachttauchgang im Paya House Reef. Leider kackte mein Atemregler beim Sprung ins Wasser ab und ließ so viel Luft aus meinem Tank ab, dass dieser nicht mehr zu gebrauchen gab. Barbara verzichtete freundlicherweise und gab mir ihre Ausrüstung, sodass ich doch noch mittauchen konnte. In trüber Suppe ging es hinab auf 25 Meter nur bewaffnet mit einer Taschenlampe und meiner kleinen Unterwasserkamera. Durch die Hektik mit der Tauchausrüstung und durch den Verlust meiner Tauchführerin war ich anfangs doch ein wenig nervös. Doch am Grund angekommen, stellte sich wieder das von Koh Tao gewohnte Gefühl des Nachttauchens ein – eine Mischung aus aufgeregtem Prickeln und vollkommener Entspannung durch die angenehm ruhige Atmosphäre. Eine ganze Stunde lang durchforsteten wir zu dritt den sandigen Grund und stießen auf das ein oder andere Lebewesen. Aus der totalen Dunkelheit wabbelten kleine Pufferfische an uns vorbei. Im Sand vergraben fanden wir einen Electric Ray, der uns in absoluter Reglosigkeit musterte und zum Schluss bekam ich auch noch einen Lionfish zu sehen.

Und weiter geht’s

Der Trip nach Tioman Island hatte sich wirklich gelohnt. Wir konnten alle ein paar Tage die Sonne auf unseren Pelz scheinen lassen (Alex war von da an krebsrot unterwegs) und Max und haben unvergessliche Taucherfahrungen gesammelt. Am 25. November zogen wir weiter zum nächsten Ort, dem Finale von Max und Alex in Südostasien und damit auch dem Ende unserer Dreierkombo entgegen. Next stop: Singapore! (der Beitrag zu Singapur folgt noch)

Default Gallery Type Template

This is the default gallery type template, located in:
/www/htdocs/w00c9570/soulfulgarden/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/nextgen_gallery_display/templates/index.php.

If you're seeing this, it's because the gallery type you selected has not provided a template of it's own.