Mit dem Bus durch Malaysia – Cameron Highlands & Melaka

25. November 2013 at 18:26

Nach den aufregenden Tagen in Kuala Lumpur freute ich mich recht schnell wieder darauf, betongepflasterte Straßen gegen Trampelpfade, Großstadt-Skyline gegen grüne Weiten und Motorenlärm gegen stille Natur zu tauschen. Da es meinen beiden Begleitern ebenso ging, beschlossen wir einen Kurztrip in die Cameron Highlands zu unternehmen. Wir alle waren gespannt darauf die Teefelder im Bergland bestaunen zu können und die klimatische Abkühlung wollten wir uns nach dem großen Schwitzen in KL auch nicht entgehen lassen.

Die Fahrt mit dem Reisebus von Kuala Lumpur aus dauerte etwa vier Stunden. Was mich während der Fahrt positiv überraschte, waren die gut ausgebauten Autobahnen, die sich durchweg in gutem Zustand befanden und anscheinend regelmäßig botanisch aufgehübscht werden. Am Rand der Cameron Highlands angekommen, ging die Fahrt in holprige Serpentinen über, um auf die Höhenlage von etwa 1500 Metern zu gelangen. So schlängelte der Bus sich hupend durch enge Kurven, wobei sich das Wetter und Landschaft merklich veränderten. Durch den heftigen Monsunregen ausgelöste Sturzbäche kreuzten unsere Straßen und auch die Vegetation wurde zunehmend abwechslungsreicher.

Innerhalb der Cameron Highlands befinden sich drei größere Orte, wobei das 200 Kilometer von KL entfernte Tanah Rata der Verwaltungssitz der Region ist und unsere Anlaufstelle war. Mein Eindruck von Tanah Rata selbst: es ist schweinelangweilig und abgesehen von der umgebenden Landschaft und den angenehmen Temperaturen habe ich wenig interessantes oder gar überraschendes entdecken können. Der Ort ist äußerst touristisch geprägt. Auf der Hauptstraße reihen sich Souvenirgeschäfte und „Restorans“ lieblos aneinander. Womöglich war ich auch zu verwöhnt von den vielen Eindrücken in Kuala Lumpur, um den Charme des Örtchens zu entdecken.

Für den nächsten Tag wollten wir das Umland erkunden und so nahmen wir an der sogenannten „Mossy Forest“ Tour teil. Morgens stiegen wir zu acht in einen Land Rover für halbtägige Unternehmung mit dem Jeep zu den Teeplantagen, der traditionsreichen Teefabrik der Marke „BOH“ und in den „Mossy Forest“, dessen Name für die Tour entliehen wurde.

Die erste Station war also die Teeplantage, wo wir fleißig Fotos schießen konnten und unser Führer amüsante Geschichten über den angeblichen Ursprungs des Tees zum Besten gab, uns Einblicke in das Geschäft mit dem grünen Gold gewährte und uns erklärte, was es mit den verschiedenen Teesorten auf sich hat. So war mir beispielsweise zuvor nicht bekannt, dass anscheinend sämtliche uns bekannten Teesorten (schwarzer, weißer, grüner Tee) alle von der gleichen Pflanze stammen und lediglich die Verarbeitungsschritte bzw. die Nutzung bestimmter Teile dieser einen Pflanze die unterschiedlichen Sorten hervorbringt.

Als nächstes fuhren wir hinauf zum höchsten Gipfel der Cameron Highlands, von wo aus an einen wunderbaren Ausblick genießen können sollte. Hier zeigte sich wieder einmal, warum die Monsunzeit nicht unbedingt die beliebteste Reisezeit darstellt. So konnten wir auf der Aussichtsplattform meilenweit schauen und sahen nur… Wolken – alles weiß in weiß.

Im Anschluss daran begaben wir uns auf eine halbstündige Wanderung durch den Mossy Forest, der seinen Namen zurecht innehat. Wir liefen über moosbedeckten Untergrund und beim Hüpfen auf der Stelle gab der flexible Boden richtig nach. Das ganze war eine ziemlich matschige Angelegenheit und oft hörten wir das Gequieke mancher Tourteilnehmer, wenn sie in dem schlammigen Boden versanken. Hier im Wald zeigte sich, weshalb sich eine geführte Tour richtig lohnen kann. Der Guide mit enormem Wissen über die Pflanzenwelt zeigte uns Kräuter und erklärte uns deren Verwendung. Wir konnten sogar an Zimtblättern knabbern, die sich im Wald fanden.

Den Abschluss der Tour bildete ein Besuch auf dem Gelände der BOH-Fabrik, wo wir im Teecafé bei schwarzem Tee und Kuchen erneut einen wunderbaren Ausblick auf die hügelige Landschaft genießen konnten. Zudem konnten wir hier in einer traditionellen Fabrik die Verarbeitungschritte bei der Teeproduktion begutachten.

Am Ende der Tour setzte uns der Führer noch im Ort Brinchang ab, den wir auf eigene Faust erkunden wollten. Hier sollte besonders der große Nachtmarkt zum Bummeln einladen. Da wir hier allerdings die gleichen eintönigen Stände wie in Tanah Rate vorfanden und der Ort ansonsten mit keinen weiteren Highlights aufzuwarten wusste, schienen wir mit unserer Tour anscheinend schon die größten Highlights der Gegend entdeckt zu haben und beschlossen unsere Reise am nächsten Tag fortzusetzen.

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Das nächste Ziel sollte die Küstenstadt Melaka werden. Auf dem Weg dorthin machten wir einen erneuten Zwischenstopp in Kuala Lumpur für eine weitere Übernachtung im lieb gewonnenen BackHome Hostel. Wie schon in meinem letzten Beitrag berichtet, gefiel mir Kuala Lumpur ausgesprochen gut. Der besondere Mix aus moderner Lifestyle-Großstadt mit hervorragender Infrastruktur auf der einen und bunter Kiste mit vielfältigen ethnischen und religiösen Einflüssen auf der anderen Seite verbindet das beste zweier Welten miteinander und präsentiert sich so als wundervolles Erlebnis für Besucher. Wer einmal durch Malaysia reißt, sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall ein paar Tage für die Hauptstadt des Landes einplanen.

Am 19. November ging es dann also, erneut mit dem Bus, nach Melaka (oder Malakka). Ich muss gestehen, dass ich vorher noch nie etwas von dieser Stadt gehört oder gelesen habe und ohne Max‘ ausdrücklichen Wunsch dorthin zu reisen wohl auch niemals etwas von diesem Ort mitbekommen hätte. Da die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, musste der Ort mit 370.000 Seelen ja doch etwas zu bieten haben. Und tatsächlich lassen sich heute noch viele Spuren aus der bewegten Geschichte der Stadt finden und das oftmals inmitten des modernen Antlitzes des heutigen Großstadtflairs. Wer die Stadt zu Fuß erkundet oder eine kleine Rundfahrt in einer der bunten Party-Rikschas macht, wird immer wieder vom örtlichen Facettenreichtum überrascht sein. Hier finden sich viele Kontraste unterschiedlichster Epochen und Kulturen auf engstem Raum.

Unser Hostel lag in einem tristen, grauen Viertel zwischen Zentrum und dem Meer, zu dem wir leider den Zugang durch unzählige Absperrungen nicht finden konnten. Zwei Gehminuten vom Hostel Richtung Zentrum entfernt präsentiert sich die Stadt plötzlich in hübschen Farben, mit sauberen, gepflegten und liebevoll bepflanzten Wegen. Und plötzlich sprießt ein kunterbuntes Spektrum an Sehenswürdigkeiten aus dem Boden: ein restauriertes und mitten in der Stadt ausgestelltes portugiesischen Schiff namens „Flora de la Mar“, Gebäude und Friedhofsgräber aus der niederländischen Kolonialzeit, Chinatown mit chinesischem Tempel sowie malaiische Mausoleen und Moscheen. Und in dieses geschichtsträchtige Potpourri mischen sich westliche Einflüsse wie das Hardrock Café von Melaka oder große Einkaufszentren. Diese interessante Mischung brachte mich immer wieder abwechselnd zum Lachen und Staunen. Abschließend kann ich auch diese Stadt jedermann empfehlen, der gern Geschichte atmet oder einfach die Vielfalt genießen möchte, die die Stadt zu bieten hat. Wir hatten nur einen Tag Zeit für die Erkundung Melakas. Denn schon bevor wir in Melaka ankamen, hatten wir unseren Aufenthalt für Tioman Island geplant und gebucht. Was es dort zu erleben gibt, berichte ich euch das nächste Mal.

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