Meer, Strand und Tauchen auf Pulau Weh (Indonesien)

24. Dezember 2013 at 12:05

Nachdem sich unsere kleine, durch Malaysia ziehende Dreierkombo in alle Richtungen zerstreut hatte, saß ich wieder allein in Singapur und war erst mal tierisch unentschlossen. Singapur war für mich nicht sonderlich anziehend. In Malaysia hatte ich den Westteil des Landes mit Kuala Lumpur, den Cameron Highlands und Melaka sowie Tioman Island (Beitrag kommt noch) ja schon grob abgearbeitet. Und geografisch gesehen kommt man von Singapur ja überall in Südostasien hin. Nach meinem üblichen Keine-Ahnung-worauf-ich-überhaupt-Lust-habe-Spiel und mittelschwerer Überforderung ob der vielen Möglichkeiten entschied ich nach ein paar zähen Tagen, dass mein nächstes Reiseziel Indonesien werden sollte. Das Land ist unglaublich groß und mir wurde beim Blick in den Reiseführer schnell klar, dass ich mit dem üblichen 30-Tage-Visum für Touristen wahrscheinlich nicht hinkommen würde. Vorsorglich wollte ich mir für das Land ein 60-Tage-Visum besorgen – zum Einen, weil ich noch nie wegen eines Visums in einer Botschaft war und das endlich mal ausprobieren wollte. Zum anderen hatte ich keine Lust auf mögliche Komplikationen bei der Verlängerung eines für 30 Tage gültigen „Visa-on-Arrival“ am Flughafen. Bin halt doch manchmal ein Sicherheitsmensch.

Da ich von Singapur die Nase voll hatte, bin ich für den Visumantrag nach Kuala Lumpur aufgebrochen. Hier kannte ich mich ja schon aus und die Lebendigkeit der Stadt hatte mich in der Vergangenheit schon beflügelt. Für Indonesien hatte ich die Idee mich von Westen nach Osten über die verschiedenen Inseln (Sumatra, Java, Bali etc.) durchzuarbeiten. Ganz im Westen liegt die Region Aceh. Dort findet sich auch eine beschauliche Insel namens Weh, mitten in der Andamanensee im Indischen Ozean. Stefan Loose versprach mir dort tolle Plätzen zum Tauchen und spätestens da wurde es mir dann leicht gemacht. So buchte ich ein Ticket von KL nach Banda Aceh, reservierte mir eine Bleibe für drei Tage in einer empfohlenen Tauchbasis und besorgte mir vor dem Aufbruch noch erfolgreich mein Visum für 60 Tage in der indonesischen Botschaft in Kuala Lumpur (gar nicht so schwer).

Am 4. Dezember morgens ging es also mit Air Asia nach Banda Aceh. Hier wurde ich sofort von freundlichen Taxifahrern begrüßt und bekam sofort mehr Aufmerksamkeit, als ich es aus Malaysia gewohnt war. Mein Gepäck wurde getragen, ich wurde zum nächsten ATM geleitet und der Fahrer wies mich während der Fahrt immer wieder auf die Highlights der Stadt hin. Prima. Ich hörte ihm nur halb zu, weil ich viel zu sehr mit dem Knipsen aus dem Auto beschäftigt war.

Default Gallery Type Template

This is the default gallery type template, located in:
/www/htdocs/w00c9570/soulfulgarden/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/nextgen_gallery_display/templates/index.php.

If you're seeing this, it's because the gallery type you selected has not provided a template of it's own.

Am Hafen von Banda Aceh angekommen, hatte ich noch 4 Stunden Zeit bis zur Nachmittagsfähre nach Pulau Weh. Genug Zeit, um mit den wirklich freundlichen Einheimischen zu plaudern und meine erste indonesische Mahlzeit zu mir zu nehmen. Es gab gebratenen Fisch mit nach Anis schmeckender Soße, dazu gekochten Reis und gatschiges Gemüse. Bei meinem umständlichen Versuch, den Fisch mit der Gabel fachgerecht zu sezieren, wurde ich erst einmal kräftig vom Besitzer des Ladens ausgelacht. „You don’t know how to eat?“ Wollte der mir etwa ans Bein pinkeln? Erst beim Blick auf die anderen Gäste verstand ich, was er meinte. Denn alle Indonesier in meiner Nähe aßen ihr Essen mit den Fingern. Und der dumme Europäer quält sich mit Messer und Gabel ab? Nix da! Schon tat ich den nächsten Befreiungsschlag von den überflüssigen gesellschaftlichen Konventionen, indem ich mein Besteck fallen ließ und mich mit den Händen aufs Essen stürzte. Meine Finger waren matschig, mir klebten überall Essensreste im Gesicht und Herr Knigge würde sich wohl zähneknirschend im Grab umdrehen. Ich fand’s fantastisch.

Immer wieder quatschten mich verdächtig gesprächige und hilfsbereite Indonesier an und legten mir einen sofortigen Besuch des Tsunami-Museums nahe, wo sie mich selbstverständlich persönlich hinbringen wollten. Tsunami? Richtig, da war ja was! 2004 kam es in Südostasien am 2. Weihnachtsfeiertag zu einer riesigen Naturkatastrophe. Hier war das also? Damals im TV fühlte sich das so weit weg an. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich. Ich beschloss bei der baldigen Rückkehr von Pula Weh etwas gegen meine Ignoranz und Defizite beim Weltgeschehen zu tun und dem Museum mal einen Besuch abzustatten.

Um 16:00 Uhr ging es dann mit der Schnellfähre Richtung Weh, das von den Einheimischen auch Sabang genannt wird. Dort angekommen, kümmerte sich sofort ein Tuk-Tuk-Fahrer um mich und brachte mich für läppische 50.000 Rp zum Gapang Beach, an dem sich das Lumba Lumba Dive Centre befindet. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde und es ging auf und ab über enge Straßen, vorbei an wenigen Häusern, kleinen Läden mit Solar und Benzin sowie etwas, das irgendwann vor engerem Kontakt mit einem fahrenden Metallmonster mal ein lebendiger Affe gewesen sein musste. Es war bewölkt und regnete, doch ich spürte trotzdem, wie schön diese Insel an einem sonnigen Tag sein würde. Bei der Ankunft im Lumba Lumba Dive Centre begab ich mich gleich nach dem Einchecken in mein „günstiges“ 12-Euro-Zimmer und lümmelte dort den Rest des Tages faul herum und machte seit längerem mal wieder etwas unglaublich Produktives und persönlich Wertvolles: einen Serienmarathon (Staffel 1 von „Arrow“).

Default Gallery Type Template

This is the default gallery type template, located in:
/www/htdocs/w00c9570/soulfulgarden/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/nextgen_gallery_display/templates/index.php.

If you're seeing this, it's because the gallery type you selected has not provided a template of it's own.

Am nächsten Morgen sollte es dann gleich das erste Mal zum Tauchen gehen. Davon erzähle ich euch das nächste Mal.